Schwierigkeits- und Fitnessleitfaden
Wie schwer ist es wirklich?
Ehrliche Informationen darüber, was Ihr Körper als Nächstes tun wird.

ÜBERBLICK

Eine der häufigsten Fragen, die uns Reisende für die Inka-Dschungel-Route stellen, lautet sinngemäß: Bin ich fit genug dafür? Die ehrliche Antwort ist: Für die allermeisten lautet sie Ja. Die Inka-Dschungel-Route ist keine technisch anspruchsvolle Trekkingtour. Sie erfordert weder Bergsteigerkenntnisse noch Trekking-Erfahrung oder außergewöhnliche Fitness. Was sie jedoch benötigt, ist eine gute Grundkondition, die Bereitschaft, über mehrere Tage durchzuhalten, und ein genaues Verständnis der jeweiligen Gegebenheiten der einzelnen Routenabschnitte.

Diese Seite vermittelt Ihnen dieses Verständnis. Keine beruhigende Verallgemeinerung, sondern eine detaillierte Aufschlüsselung jeder Aktivität und jedes Tages, damit Sie ehrlich beurteilen können, ob dies das richtige Abenteuer für Ihre aktuelle körperliche Verfassung ist.

GESAMTSCHWIERIGKEITSGRAD: MITTEL BIS ANSPRUCHSVOLL

Die Inca Jungle Classic ist insgesamt als mittelschwer bis anspruchsvoll einzustufen. Kein einzelnes Element der Tour ist extrem, doch die Kombination aus der Höhe am ersten Tag, der anhaltenden körperlichen Aktivität über vier aufeinanderfolgende Tage und der 14 Kilometer langen Wanderung am dritten Tag macht die Tour nicht wirklich einfach. Reisende, die regelmäßig Sport treiben und sich in guter allgemeiner Gesundheit befinden, werden die Tour ohne größere Schwierigkeiten bewältigen. Für Reisende mit überwiegend sitzender Lebensweise und geringer körperlicher Vorbereitung könnte der dritte Tag hingegen sehr anstrengend sein.

Die erweiterte 5-Tages-Tour verteilt die Wanderstrecke gleichmäßiger und ist paradoxerweise besser für Reisende geeignet, die ein gemächlicheres Tempo bevorzugen, obwohl insgesamt mehr Strecke zurückgelegt wird. Die Express-2-Tages-Tour ist als leicht bis mittelschwer eingestuft und eignet sich am besten für Reisende mit eingeschränkter Fitness oder Zeit.

AUFSCHLÜSSELUNG DER AKTIVITÄTEN

Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel

Die Abfahrt von Abra Málaga ist die körperlich am einfachsten zu bewältigende Etappe der gesamten Strecke. Die Straße führt 65 Kilometer lang gleichmäßig bergab, ohne nennenswerte Anstiege. Die Strecke ist technisch nicht anspruchsvoll. Es gibt kein unbefestigtes Gelände, keine Singletrails und außer der Fähigkeit, das Gleichgewicht auf dem Fahrrad zu halten und die Geschwindigkeit bergab zu kontrollieren, sind keine technischen Fähigkeiten erforderlich.

Die größte körperliche Herausforderung am ersten Tag ist nicht das Radfahren selbst, sondern die Höhe am Startpunkt. Der Abra-Málaga-Pass liegt auf 4.350 Metern über dem Meeresspiegel, und in dieser Höhe enthält die Luft etwa 40 Prozent weniger Sauerstoff als auf Meereshöhe. Selbst moderate Anstrengung, wie die ersten Kilometer auf dem Rad, fühlt sich deutlich anstrengender an als in niedrigeren Lagen. Reisende, die sich vor Tourbeginn mindestens zwei Tage in Cusco akklimatisiert haben, werden dies gut bewältigen. Für diejenigen, die direkt vom Meeresspiegel anreisen, könnte der Start in den ersten Tag anstrengender sein als erwartet.

Vorsicht ist geboten: Reisende, die seit vielen Jahren nicht mehr Fahrrad gefahren sind, sollten vor der Tour üben. Nicht aus Fitnessgründen, sondern für mehr Komfort und Sicherheit auf bergab. Personen mit Herz- oder Atemwegserkrankungen sollten vor der Buchung einen Arzt konsultieren.

Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel

Für die Rafting-Strecke der Klasse III sind weder Vorkenntnisse noch besondere körperliche Kraft erforderlich. Die Anstrengung ist intervallartig, konzentriert sich auf kurze Sprints während der Stromschnellen und wird ausschließlich vom Team im Raft bewältigt. Zwischen den Stromschnellen ist der Kraftaufwand minimal. Die wichtigste körperliche Voraussetzung ist die Fähigkeit, auf Anweisung zu paddeln, in einem fahrenden Raft sitzen zu können und auch bei starker Strömung ruhig zu bleiben.

Die Rafting-Etappe dauert etwa zwei Stunden auf dem Wasser. Zu diesem Zeitpunkt der Tour haben die meisten Reisenden bereits einen Tag Radfahren und eine Nacht in niedrigerer Höhe hinter sich, und die körperliche Verfassung der Gruppe ist am zweiten Tag im Allgemeinen besser als zu Beginn des ersten Tages.

Vorsicht ist geboten: Reisende, die nicht schwimmen können, sollten den Guide vor Beginn der Raftingtour informieren. Schwimmwesten werden gestellt und sind Pflicht. Viele Nichtschwimmer haben diesen Abschnitt bereits sicher bewältigt, dennoch muss der Guide im Voraus Bescheid wissen. Reisende mit kürzlich erlittenen Schulter- oder Rückenverletzungen sollten den Guide ebenfalls informieren, da das Paddeln durch Stromschnellen diese Bereiche stark belastet.

Schwierigkeitsgrad: Mittel (Tag 2) bis Mittel-anspruchsvoll (Tag 3)

Die Wanderungen sind der Teil der Inka-Dschungelroute, der die körperliche Anstrengung am deutlichsten spürbar macht. Am zweiten Tag wandern wir etwa 8 Kilometer durch relativ flaches und sanftes Gelände durch den Nebelwald und entlang des Flussufers. Dieser Abschnitt ist für die meisten Reisenden mit durchschnittlicher Kondition gut zu bewältigen und dient als gute Einführung in die Wegbeschaffenheit vor der längeren Tagesetappe.

Tag 3 ist der anspruchsvollste Abschnitt der gesamten Tour. Es geht etwa 14 Kilometer durch den Nebelwald, darunter morgens Anstiege und ein langer Abstieg zum Wasserkraftwerk, gefolgt von einem 8 Kilometer langen, flachen Spaziergang entlang der Bahntrasse. Der gesamte Höhenunterschied an Tag 3 ist beträchtlich, und die Anstrengung der beiden vorangegangenen Tage kann dazu führen, dass manche Reisende den Nachmittag als echte Herausforderung empfinden. Das ist normal und zu erwarten. Der Guide gibt das Tempo der Gruppe vor, und es sind regelmäßige Pausen eingeplant.

Die Wanderung am vierten Tag in Machu Picchu wird als leicht eingestuft. Die Zitadelle führt über unebene Steinpfade mit Höhenunterschieden zwischen den Terrassen, aber die Strecken sind kurz und das Tempo wird vollständig von der Gruppe und dem Reiseleiter bestimmt.

Vorsicht ist geboten: Reisende mit Knieproblemen, insbesondere bei Abstiegen. Trekkingstöcke reduzieren die Belastung der Knie beim Abstieg deutlich und sind für alle mit Kniebeschwerden in der Vergangenheit dringend zu empfehlen. Reisende mit Plantarfasziitis oder anderen Fußproblemen sollten sicherstellen, dass ihre Wanderschuhe vor Tourbeginn eingelaufen sind und guten Halt bieten.

Stufe 1 – Sitzend Sie treiben keinen regelmäßigen Sport und verbringen den Großteil des Tages im Sitzen. Die Inca Jungle Classic wird bei diesem Fitnesslevel sehr anspruchsvoll sein, insbesondere am dritten Tag. Wir empfehlen Ihnen daher, sich entweder mindestens sechs bis acht Wochen vor der Tour körperlich vorzubereiten, das Express-Format zu wählen oder eine private Tour zu buchen, bei der das Tempo optimal an Ihre Gruppe angepasst werden kann.

Stufe 2 — Leicht aktiv Sie gehen regelmäßig spazieren, nehmen die Treppe und sind tagsüber generell viel auf den Beinen, absolvieren aber kein strukturiertes Trainingsprogramm. Dies ist das Mindestfitnessniveau für die Classic Tour. Sie werden sie schaffen, aber Tag 3 wird Anstrengung und Entschlossenheit erfordern. Ein leichtes Trainingsprogramm, das sechs Wochen vor Abreise beginnt, wird einen deutlichen Unterschied machen.

Stufe 3 – Mäßig aktiv Sie trainieren zwei- bis dreimal pro Woche, können sich ein bis zwei Stunden lang körperlich anstrengen und fühlen sich bei körperlicher Aktivität wohl, die Sie fordert, aber nicht überfordert. Dies ist das ideale Fitnessniveau für die Classic-Tour und auch für das Extended-Format ausreichend.

Stufe 4 — Aktiv Sie treiben regelmäßig Sport, haben bereits mehrtägige körperliche Aktivitäten absolviert und können sich über mehrere Tage hinweg körperlich betätigen. Für dieses Niveau sind die Inca Jungle Classic und Extended Touren eine optimale Herausforderung. Die kombinierte Salkantay- und Inca Jungle-Reise ist ebenfalls für Sie geeignet.

Stufe 5 – Sehr aktiv Sie trainieren regelmäßig für Ausdauersportarten, haben Höhenerfahrung und suchen eine mehrtägige Herausforderung? Dann ist die kombinierte Salkantay- und Inka-Dschungel-Tour genau das Richtige für Sie. Die klassischen und erweiterten Touren sind zwar machbar, werden Sie aber möglicherweise nicht vollends zufriedenstellen.

Alter

Für die Inka-Dschungeltouren gibt es keine Altersbegrenzung. Wir haben bereits Reisende in ihren Siebzigern erfolgreich auf der klassischen Route begleitet. Entscheidend ist die Fitness, nicht das Alter. Ältere Reisende, die regelmäßig Sport treiben und keine nennenswerten gesundheitlichen Probleme haben, können diese Tour genauso gut absolvieren wie jüngere, weniger aktive Reisende.

Das Mindestalter für reguläre Gruppenreisen beträgt 12 Jahre. Kinder zwischen 8 und 11 Jahren können mit Einverständnis der Eltern und nach Anpassung des Reiseverlaufs an privaten Touren teilnehmen.

Schwangerschaft

Aufgrund der Höhenlage am ersten Tag, der körperlichen Anstrengung beim Rafting und der Länge der Wandertage raten wir Schwangeren von der Inka-Dschungel-Route ab. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Vorbestehende Erkrankungen

Reisende mit Herz- oder Atemwegserkrankungen, Bluthochdruck, Epilepsie oder Erkrankungen, die durch Höhenlage, körperliche Anstrengung oder schnelle Temperaturwechsel beeinträchtigt werden, sollten vor der Buchung einer Inka-Dschungeltour einen Arzt konsultieren. Wir beraten Sie stets ehrlich, ob ein bestimmtes Tourformat für Ihre Situation geeignet ist.